Nachlassende Bemühungen in Europa

Zwar wächst der Anteil erneuerbarer Energien in Europa auch weiterhin, allerdings geschieht dies immer langsamer, so dass es einigen Ländern schwer fallen könnte, ihre Verpflichtungen bis 2020 einzuhalten.

Im Jahr 2017 machten die erneuerbaren Energien 17,4 Prozent des Brutto-Endenergieverbrauchs in der Europäischen Union aus. Das ist besser als 2016, als es 17 Prozent waren, zeigen die jüngsten Daten der Europäischen Umweltagentur . Seit 2005 sind die erneuerbaren Energien in Europa um 77 Prozent gestiegen. Aber diese Bemühungen verlangsamen sich. Tatsächlich wurde 2017 der geringfügigste Anstieg seit 2012 verzeichnet (+0,4 Prozent).

In vielen Ländern ist diese Verlangsamung auf den Anstieg des Gesamtenergieverbrauchs zurückzuführen, was zu einem relativen Rückgang des Anteils der erneuerbaren Energien geführt hat. Dieser Trend dürfte keinen Einfluss auf die Fähigkeit der EU haben, ihr Ziel von 20 Prozent erneuerbarer Energien bis 2020 zu erreichen. In einigen Mitgliedstaaten ist dies jedoch nicht der Fall.

Nur 16 von ihnen befanden sich 2017 auf dem richtigen Weg. Die Niederlande (-4,4 Prozent) und Frankreich (-3,4 Prozent) waren am weitesten von den Zielen entfernt, die sie in ihren nationalen Aktionsplänen festgelegt hatten. Andererseits haben elf Länder bereits die Ziele erreicht, die sie sich für das Ende des Jahrzehnts gesetzt hatten. Letztere haben die Möglichkeit, mit ihren schlechter abschneidenden Nachbarn Vereinbarungen zu treffen, um einen Teil ihrer Produktion statistisch auf sie zu übertragen. Im Jahr 2017 unterzeichneten Estland und Litauen einen Vertrag mit Luxemburg.

Im Verkehrssektor müssen die europäischen Länder – mit Ausnahme von Österreich (10,6 Prozent) und Schweden (30,0 Prozent) – ihre Bemühungen verstärken, um ihr Ziel von 10 Prozent erneuerbarer Energien bis 2020 zu erreichen. Im Jahr 2017 lag dieser Anteil bei 7,2 Prozent und ist in den letzten Jahren nur langsam gestiegen.

Was das europäische Ziel von 32 Prozent erneuerbarer Energien bis 2030 betrifft, so ist es nach Angaben der Europäischen Umweltagentur auch weiterhin erreichbar, sofern die Anstrengungen verstärkt werden. Dazu ist ein stetiger Anstieg von 1,2 Prozent pro Jahr erforderlich, während die durchschnittliche Wachstumsrate der erneuerbaren Energien zwischen 2005 und 2016 bei rund 0,7 Prozent lag.

Samstag, 26. Januar 2019

Quelle/n:

VoxEurop

Übersetzung von:

Julia Heinemann | VoxEurop
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