Wie der Verkehr die europäische Dekarbonisierung gefährden könnte

Der Verkehr zum Haupthindernis für die Erreichung der Dekarbonisierungs-Ziele der EU

Mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken, hat die Europäische Union 2014 ein verbindliches Reduktionsziel von 40 Prozent bis 2030 beschlossen. Doch während die Emissionen zwischen 1990 und 2015 im wichtigsten emissionsverursachenden Sektor – Strom und Heiz-Energie – um 26 Prozent zurückgegangen sind, und auch in der Industrie um 36 Prozent, sowie in der Landwirtschaft und im Abfallbereich um 32 Prozent reduziert werden konnten, verzeichnet der Verkehr einen Emissions-Anstieg von 23 Prozent, warnt der Brüsseler Think Tank für Wirtschaftsfragen Bruegel  in einem Strategiepapier zur Dekarbonisierung, das am 9. April veröffentlicht wurde und den Titel „Behebung des Versäumnisses Europas, den Verkehrssektor zu bereinigen“ trägt. 

„Folglich wird der Verkehr zum Haupthindernis für die Erreichung der Dekarbonisierungs-Ziele der EU, insbesondere weil die Verkehrsaktivitäten in Europa zwischen 2010 und 2050 voraussichtlich um 42 Prozent zunehmen werden“, betont der Think Tank. Die Politik sollte sich demnach vor allem auf den Straßenverkehr konzentrieren, zumal dieser 73 Prozent der gesamten Verkehrsemissionen verursacht. 

„Um die Netto-Null-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts zu erreichen – wie es das Pariser Übereinkommen vorsieht – müsste der Verkehr schon kurz nach 2050 vollständig dekarbonisiert sein“, erklärt das Institut Bruegel, das eine Reihe von politischen Empfehlungen gibt.