Vögel als unschuldige Opfer der Intensivlandwirtschaft

In mehreren europäischen Ländern ist die Zahl und Vielfalt der Vogelarten in den letzten zwanzig Jahren stark zurückgegangen. Der Grund dafür ist der intensive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft geführt hat.

Im vergangenen März hat eine Veröffentlichung des CNRS die öffentliche Debatte in Frankreich angeheizt. Sie brachte ans Licht, dass der französische Feldvögel-Bestand in nur siebzehn Jahren um ein Drittel zurückgegangen ist. Verantwortlich ist die Intensivlandwirtschaft, die nicht nur den Vögeln selbst, sondern auch ihrer Nahrungskette schadet, und insbesondere den Insekten, von denen sie sich ernähren.

Allerdings ist Frankreich diesbezüglich kein Einzelfall, auch wenn es zu den Spitzenreitern der europäischen Länder gehört, deren biologische Vielfalt am stärksten abnimmt. Laut einer Veröffentlichung von Eurostat weisen zwölf europäische Länder vergleichbare Statistiken auf. In Belgien und Schweden ist die Zahl der Feldvögel sogar noch stärker zurückgegangen als in Frankreich. Anderswo ist der Rückgang nicht so bedeutend, bewegt sich vom Umfang her aber in der gleichen Größenordnung.

Dennoch gibt es zwei bemerkenswerte Ausnahmen. In der Schweiz hat der Feldvögel-Bestand, der Anfang der 2000er Jahre leicht zurückgegangen war, wieder das Niveau von 1990 erreicht. Zurückzuführen ist das auf die dort eher schwache Intensivlandwirtschaft. In Deutschland beläuft sich der Rückgang seit 1990 nur noch auf 20 Prozent, während er in Frankreich 40 Prozent beträgt.

Dies ist wiederum auf eine stärkere Ausweitung des ökologischen Landbaus und einen weniger intensiven Einsatz von Pestiziden zurückzuführen. Kurzum ist die Situation der Biodiversität in Frankreich und in weiten Teilen Europas sicherlich sehr schlecht, aber sie ist nicht unbedingt ausweglos: Einige Länder schaffen es, ihre Feldvögel-Populationen viel besser zu erhalten, indem sie eine andere Form der Landwirtschaft bevorzugen.

Mittwoch, 11. April 2018

Autor/en:

Guillaume Duval

Übersetzung von:

Julia Heinemann | VoxEurop
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