Die EU gibt den Ländern eine Woche Zeit, um Luftreinhaltepläne zu entwerfen

Neun Mitgliedsstaaten drohen hohe Bußgelder, wenn sie nicht Maßnahmen ergreifen, um die von ihnen zugesagte Emissionsreduktion einzuhalten.

Skopje (Mazedonien), eine der Städte mit der schlechtesten Luftqualität in Europa.

Neun Mitgliedsstaaten drohen hohe Bußgelder, wenn sie nicht Maßnahmen ergreifen, um die von ihnen zugesagte Emissionsreduktion einzuhalten.

Am 30. Januar hat der europäische Umweltkommissar Karmenu Vella neun nationalen Regierungen bis zum 5. Februar Zeit gegeben, um neue Pläne vorzulegen, mit denen die Luftqualität in ihren Ländern an die EU-Standards angepasst werden soll.

Vella traf die Minister und Staatssekretäre für Umwelt der folgenden Länder: Tschechische Republik, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Rumänien, Slowakei, Spanien und Vereinigtes Königreich. Wiederholt hatten sie gegen die Europäische Luftqualitätsrichtlinien und die vereinbarten Emissionsgrenzwerte verstoßen.

Wegen Überschreitung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10) im Jahr 2010 und 2005 drohen diesen Ländern Vertragsverletzungsverfahren, zumal letztere bekanntermaßen gesundheitsschädlich sind.

Von den 28 Mitgliedstaaten der EU halten 23 Länder die Luftqualitätsnormen nicht ein. Im Falle von 19 dieser Länder hat die Kommission ihr Rechtsinstrument mobilisiert, das als „Vertragsverletzungsverfahren“ bekannt ist. Hiermit soll versucht werden, sie „zur Einhaltung zu bewegen", berichtet EUobserver, und fügt hinzu, dass sich die neun nach Brüssel geladenen Länder „im letzten Schritt des Verfahrens befinden, d. h. bevor die Kommission ihre Fälle an den Europäische Gerichtshof verweisen muss, der sie letztendlich mit einem Bußgeld bestrafen könnte“.

Die meisten der verfügbaren Daten über die Luftqualität in Europa werden von der Europäischen Umweltagentur (EUA) gesammelt und auf ihrer Website zur Verfügung gestellt.

Die von der Europäischen Umweltagentur (EUA) erstellte Karte des Luftqualitätsindexes zeigt die Luftqualität in 31 europäischen Ländern in Echtzeit. Hierfür erfasst sie die Daten zu den vier wichtigsten Luftschadstoffen (Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon und Schwefeldioxid) von über 19.000 Messstationen.

Die untenstehende interaktive Karte, die ebenfalls von der EUA erstellt wurde, zeigt die Luftqualität in 26 europäischen Ländern, die von über 1.900 Messstellen bereitgestellt und täglich aktualisiert wird. Dargestellt sind die Informationen zu den fünf wichtigsten Luftschadstoffen: Kohlendioxid (CO2), Feinstaub (PM2,5 und PM10), Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Schwefeldioxid (SO2).

Dienstag, 30. Januar 2018

Quelle/n:

VoxEurop

Übersetzung von:

Julia Heinemann | VoxEurop

Tags

Umwelt

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