Das Erbe der Krise von 2008 belastet die Sozialausgaben

Die Ausgaben für die Sozialversicherung sind in der Europäischen Union seit 2007 von erheblichen Unterschieden geprägt, insbesondere zwischen Ost und West. Die Auswirkungen der Krise von 2008 und die sozialpolitischen Veränderungen sind für einige Länder deutlich spürbar.

Als Reaktion auf die Krise sind die Sozialschutzausgaben 2009 auf überstaatlicher Ebene im Verhältnis zum gesamten europaweit produzierten Reichtum gewachsen. Seitdem stagnieren sie, bzw. sind sogar leicht zurückgegangen.

In der Tat verzeichneten viele Länder unmittelbar nach der Subprime-Krise im Jahr 2008 einen Höhepunkt der Sozialausgaben. Der Anteil der Sozialausgaben am BIP ist zwischen 2008 und 2009 in allen Mitgliedstaaten ausnahmslos um einige Prozentpunkte gestiegen. Die Explosion der Arbeitslosenquote und die Rezession haben gleichzeitig zu einem Anstieg der Sozialausgaben und einer Stagnation oder gar einem Rückgang des BIP geführt. Die Folgen des Zusammenbruchs des Bankensystems haben sich auch noch einige Jahre später bemerkbar gemacht, insbesondere ab 2012, mit dem Beginn der Sparmaßnahmen, welche die Kürzung der Sozialausgaben nach sich zogen.

Im Jahr 2016 führte das für sein großzügiges Sozialmodell bekannte Frankreich die Rangliste an, zumal es mehr als 34 Prozent seines BIP für den sozialen Schutz seiner Einwohner ausgab. Im Gegenteil dazu war Rumänien das Land, das am wenigsten investierte (14,6 Prozent).

Im gleichen Jahr fiel der Anteil der Sozialausgaben am BIP in nur drei Ländern unter das Niveau von 2007: In Irland, Ungarn und Malta. Der Fall Ungarn ist in Bezug auf den Wandel in der Sozialpolitik besonders aufschlussreich. Mit der (Wieder-)Übernahme des Amtes des Premierministers im Jahr 2010 – d. h. des Konservativen Viktor Orbán – begann die Talfahrt der Zahlen.

Dienstag, 08. Januar 2019

Autor/en:

Zoé Durand

Quelle/n:

VoxEurop

Übersetzung von:

Julia Heinemann | VoxEurop
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