Etwas Licht in eine verwirrende Rechnung gebracht

Die verschiedenen Komponenten, die den Endpreis der Stromrechnung für Haushalte festlegen, weisen in den Ländern der EU erhebliche Unterschiede auf. Und je nach den Kriterien die zur Rate gezogen werden, müssen sie anders bewertet werden.

Der Übergang von unserem derzeitigen System der Energiegewinnung zu einer nachhaltigeren Form, die zunehmend auf die Erzeugung von Energie aus einheimischen Quellen wie Sonne und Wind setzt, ist sicher ein gewichtiges Argument für steigende Stromrechnungen in der EU. So weisen seit der Wirtschaftskrise, die im Jahr 2008 ihren Anfang nahm, die Daten von Eurostat, gemäss der beiliegenden Tabelle zur Preisentwicklung, eine Parallelität aus, zwischen den am meisten von der Krise betroffenen Ländern und den Ländern, die die höchsten Zuwächse der Strompreise in den letzten Jahren verzeichnet haben :

Mit den im Jahr 2018 aktualisierten Daten verwenden wir das Kriterium der Kaufkraftparität, um die direkten Auswirkungen der Stromkosten auf die Bürger effektiv zu bewerten. Die höchsten Preise weisen Portugal und Deutschland auf, dicht gefolgt von Ländern wie Rumänien, Spanien oder Dänemark. Wie wir gesehen haben, Länder mit sehr unterschiedlichen Pro-Kopf-Einkommen.

Desweiteren ist eine um Steuern und Kaufkraftparität bereinigte Aufstellung des Strompreises durchaus interessant. In diesem Fall wäre Spanien das Land, mit dem höchsten Strompreis innerhalb der Europäischen Union. Die Länder mit den höchsten Strompreisen in absoluten Zahlen fallen in diesem Ranking merklich nach hinten.

Berücksichtigen wir hingegen die Stromkosten und die darauf erhobenen Steuern unabhängig voneinander, unterscheiden sich die Ergebnisse wiederum erheblich. Die Statistiken bescheinigen, dass die Unterschiede in den Strompreisen, die sich im Wesentlichen aus drei Komponenten (Produktionskosten, der Nutzung der Netze sowie Steuern und Gebühren) zusammensetzen, wesentlich von der letzten Komponente bestimmt werden: In erster Linie von den Steuern und darüber hinaus von den Kosten für die Nutzung der Netze – also genau den zwei Faktoren, die von den Regierungen der Staaten politisch festgelegt werden.

Die Länder mit den höchsten Steuern für den Stromverbrauch sind demnach Portugal, Deutschland und Dänemark : Dort machen die Steuern mehr als 50% der Stromrechnung aus.

Samstag, 10. November 2018

Autor/en:

Sergio Cebrián

Quelle/n:

VoxEurop

Übersetzung von:

C. Maier | VoxEurop
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