Was ist der Handel zwischen Großbritannien und der EU wert?

Einige Monate vor dem Brexit ist immer noch nicht gewiss, welche Auswirkungen kein Deal bzw. ein harter Brexit auf den bilateralen Handel haben wird. Wir haben uns die Zahlen genauer angesehen.

Dover, foto: Panoramio

Seit 2010 beläuft sich der Warenhandel zwischen Großbritannien und der Europäischen Union (EU) auf mehr als 330 Milliarden Pfund jährlich. Wie hoch er nach dem Brexit sein wird, weiß niemand.

Den Daten des britischen Amts für Statistik zufolge wurden 2017 Waren im Wert von insgesamt 423 Milliarden Pfund zwischen der EU und Großbritannien gehandelt, davon entfielen 164 Milliarden Pfund auf Exporte in die 27 Mitgliedstaaten.

Die EU ist der wichtigste Handelspartner der Briten. Mit ihr wickeln sie rund die Hälfte ihres Handels ab. Die EU-Mitgliedschaft senkt die Handelskosten zwischen Großbritannien und der EU. Dadurch werden Waren und Dienstleistungen für britische Verbraucher billiger und britische Unternehmen können mehr exportieren.

Einer Studie des Centre for Economic Performance (CEP) zufolge würde der Brexit den Handel zwischen Großbritannien und der EU infolge der höheren Zoll- und Nichtzollschranken senken. Zudem würde die künftige EU-Marktintegration den Briten kaum nützen.

Es wird davon ausgegangen, dass alle EU-Staaten nach dem Brexit Einkünfte verlieren. Das britische Bruttoinlandprodukt ginge um 26 bis 55 Milliarden Pfund zurück. Die Einbuße wäre damit doppelt so hoch wie der Einkommensverlust der übrigen EU in Höhe von 12 bis 28 Milliarden Pfund. Das CEP ist ein politisch unabhängiges Forschungszentrum der London School of Economics.

In der EU hatte Deutschland von 2010 bis 2017 den höchsten Anteil am Warenhandel mit Großbritannien. Darauf folgten die Niederlande, Frankreich und Belgien. In diesem Zeitraum handelte Deutschland Waren im Wert von insgesamt 711 Milliarden Pfund. Diese Summe entspricht beinahe einem Viertel des britischen Handels mit der gesamten EU.

Die Grafiken unten veranschaulichen die Aufgliederung des Handels zwischen Großbritannien und anderen Ländern in Prozent.

Von 2010 bis 2017 entfielen mehr als 40 Prozent der Importe nach Großbritannien und der Exporte aus Großbritannien auf nur sieben Handelspartner in der EU: Deutschland, die Niederlande, Frankreich, die Irische Republik, Belgien, Spanien und Italien. 

Außerhalb der EU sind die USA und Puerto Rico mit 10 Prozent der Importe und Exporte wertmäßig der größte Handelspartner der Briten dicht gefolgt von China und Hongkong mit 9 Prozent.

Montag, 05. November 2018

Autor/en:

Kashyap Raibagi

Quelle/n:

VoxEurop

Übersetzung von:

Claudia Reinhardt | VoxEurop
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