Das europäische Kino kommt zurück

Trotz der absoluten Dominanz Hollywoods – europäische Produktionen machen in Europa ein Drittel der Kinobesuche aus.

Foto: Nuovo Cinema Paradiso (Giuseppe Tornatore)

Das europäische Kino macht gegenüber dem nordamerikanischen Boden gut. So geben die zuletzt vom European Audiovisual Observatory veröffentlichten Daten für 2017 einen Rückgang der Besucherzahlen für in den USA produzierte Filme wieder, was einem Rückgang des Vorjahresmarktanteils von 67,5% auf nunmehr 66,2% entspricht. Demgegenüber sind die Besucherzahlen für europäische Filme 2017 leicht angestiegen, was zu einer Steigerung des Marktanteils von 26,3% auf 27,5% führt. Dies entspricht dem zweithöchsten Marktanteil der letzten fünf Jahre. Und dies obwohl die Entwicklung der Produktion von Spielfilmen in Europa 2017 im Vergleich zum Jahr 2016 von 1741 auf 1676 Filme (-3,7%) etwas zurückgegangen ist – eine Trendwende nach dem leichten Anstieg der letzten Jahre.

Was die Einnahmen betrifft, so sind diese gleich geblieben, wie die vorläufigen Zahlen zeigen : 2017 wurde, bezogen auf die gesamte EU, die Marke von 7 Billionen Euros (7,02 Billionen Euros) übertroffen, was, trotz eines leichten Rückganges um 0,3% im Vergleich zum Vorjahr, immer noch den dritthöchsten jemals erreichten Wert darstellt. Der durchschnittliche Eintrittspreis liegt dabei bei 7,10 Euro, wobei allerdings innerhalb der EU starke Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern bestehen.

So stiegen die Umsätze in 19 Ländern und gingen in 6 Ländern zurück. Aus geografischer Sicht fällt dabei die Zunahme in den Ländern Mittel- und Osteuropas auf, wie in der Slowakei (+5,5 Millionen Euros, +18,9%), Litauen (+2,7 Millionen Euros, +15,2%), Polen (+23,9 Millionen Euros, +10,8%) oder Rumänien (+5,3 Millionen Euros, +10,3%). Auf den fünf Hauptmärkten der EU wurden leichte Zunahmen verzeichnet : In Deutschland (+33,1 Millionen Euros, +3,2%) und im Vereinigten Königreich (+57,5 Millionen, +4,1%), während die Einnahmen in Frankreich und Spanien gleichbleibend waren. Italien hingegen verzeichnete einen massiven Rückgang (-82,6 Millionen Euros, -11,9%), der im Wesentlichen auf abnehmende Besucherzahlen, insbesondere für nationale Produktionen zurückzuführen ist.

Was die Herkunft der beim Publikum erfolgreichsten Filme betrifft, so ist die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten bei den meistgesehenen Filmen im Zeitraum 2016-2017 eindeutig. Hier bestätigt sich, dass die bereits in den letzten Jahre festgestellte Dominanz US-amerikanischer Filme unter den populärsten Filmen andauert, wenn man von EDJnet bereits zuvor veröffentlichte Informationen, so wie andere massgebliche Daten zur Entwicklung auf dem Kinomarkt zwischen 1996 und 2016 berücksichtigt.

Der erste europäische (genauer gesagt britische) Film, der im Ranking der zehn meistbesuchten Filme auftaucht, ist das Weltkriegsdrama Dunkirk, mit 17,2 Millionen bezahlten Eintritten. Wenn wir von den europäischen Produktionen diejenigen ausnehmen, die durch US-Auslandsinvestitionen finanziert wurden (EUR inc), kam kein europäischer Film auf eine Besucherzahl von 10 Millionen oder mehr in der EU : Der europäische Film, der hier am besten abschneidet, ist die britische Familienkomödie Paddington 2, die es auf 9,1 Millionen Eintritte bringt.

Donnerstag, 05. Juli 2018

Autor/en:

Sergio Cebrián

Quelle/n:

VoxEurop

Übersetzung von:

Christoph Maier | VoxEurop
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