Verlust der Artenvielfalt: Das mangelnde Engagement der Mitgliedstaaten ist gefährlich

Der neue Bericht, der am 26. April von BirdLife Europe,WWF, dem Europäischen Umweltbüro (kurz EEB für European Environmental Bureau) und Friends of the Earth Europe (FOEE) veröffentlicht wurde, zeigt, dass 18 europäische Regierungen die Naturschutzvorschriften nicht wie gewünscht umsetzen. 

Foto: Nature Scorecards Report

Der neue Bericht, der am 26. April von BirdLife Europe,WWF, dem Europäischen Umweltbüro (kurz EEB für European Environmental Bureau) und Friends of the Earth Europe (FOEE) veröffentlicht wurde, zeigt, dass 18 europäische Regierungen die Naturschutzvorschriften nicht wie gewünscht umsetzen. „Die meisten der untersuchten Mitgliedstaaten (67 Prozent) haben die Vogelschutz- und Habitat-Richtlinien zwar vollständig in das nationale Recht übertragen, aber nicht ordnungsgemäß umgesetzt“, warnt der Bericht. Wie die vier Nichtregierungsorganisationen (NROs) betonen, sind diese Richtlinien das wichtigste Rechtsinstrument der EU, um den Trend des Artenvielfalt-Verlustes umzukehren, zumal bekannt ist, dass „diese Naturschutzrichtlinien für die Schaffung des größten und kohärentesten Netzes von Naturschutzgebieten auf der ganzen Welt verantwortlich sind: Das Natura-2000-Netz“.

Die NROs, die hinter der jüngsten Kampagne #NatureAlert  zur Rettung der lebenswichtigen Naturgesetze der EU stecken, betonen, dass „die Artenvielfalt in ganz Europa auch in Zukunft zurückgehen wird, wenn das mangelnde Engagement auch weiterhin andauert“. Sie fordern die Europäische Kommission dazu auf, „augenblicklich Stellung zu beziehen und zu zeigen, dass es ihr mit diesem so genannten Aktionsplan ernst ist, indem sie die Mitgliedstaaten zur Rechenschaft zieht, weil sie in diesem Bereich nur schleppend vorankommen". Dieser Aktionsplan konzentriert sich auf vier vorrangige Bereiche mit 15 Maßnahmen , die bis 2019 durchgeführt werden sollen.

11 Schlüsselkriterien wurden von den NROs geprüft, „darunter auch die Verfügbarkeit angemessener Mittel für die Verwaltung von Schutzgebieten (Natura 2000-Gebieten), aber auch die Durchführung ihrer Bewertungen“. Sie haben sich den Gutachten angeschlossen, um ihre jeweiligen Mitgliedstaaten bezüglich der verschiedenen Aspekte der Naturschutzrichtlinien zu bewerten, und zwar mit Hilfe eines Ampelsystems für jedes untersuchte Land.

Insgesamt sieht mehr als die Hälfte aller untersuchten Länder über die Vernetzung seiner Schutzgebiete hinweg. Und fast die Hälfte der untersuchten Mitgliedstaaten hat für das Standortmanagement und für die nicht ordnungsgemäße Durchführung entsprechender Bewertungen rot erhalten. Ferner haben 44 Prozent rot für den Artenschutz erhalten.