Mitglieder des Europäischen Parlaments auf Twitter: Einblicke in eine transnationale europäische Debatte

Eine auf Twitter-Daten basierende Studie zeigt, wie unterschiedlich die EU-Abgeordneten im Vorfeld der europäischen Wahlkampagne interagieren.

EuVisions

Eine Twitter-basierte Studie der Beobachtungsstelle EuVisions analysiert, wie viele EU-Abgeordnete der verschiedenen Länder und unterschiedlicher politischer Zugehörigkeiten grenzüberschreitend mit Kollegen interagieren. Der Forschungsartikel, der Twitter-Antworten und Retweets als vollumfängliche Nachrichten betrachtet, zielt darauf ab, den Zustand einer ersehnten transnationalen europäischen Debatte zu erklären.

Warum uns diese Arbeit gefällt

Diese Datenstory bietet eine neue Perspektive auf das Verhalten der EU-Abgeordneten in der Online-Öffentlichkeit.

Die Daten zeigen, dass sich Politiker verschiedener europäischer Regionen unterschiedlich verhalten, wobei die osteuropäischen EU-Abgeordneten relativ betrachtet mehr auf andere Länder zugehen, und nicht umgekehrt. Darüber hinaus zeichnen sich die deutschen EU-Ageordneten dadurch aus, dass sie – absolut gesehen – die meisten Reaktionen anderer Nationalitäten auslösen – eine Tatsache, die als bezeichnend für die politische Zentralität Deutschlands interpretiert werden kann.

Mit Blick auf die Parteilichkeit – sowohl in absoluter als auch in relativer Hinsicht – führen die EU-Abgeordneten der EEP-Gruppen das Ranking der im Ausland stattfindenden Interaktionen an. Entscheidend ist, dass die Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordischen Grünen Linken (kurz GUE/NGL) relativ gesehen an zweiter Stelle steht. Nationalistische Kräfte, wie die EFDD (Europa der Freiheit und der direkten Demokratie) und die ENF (Europa der Nationen und der Freiheit), engagieren sich am wenigsten in transnationalen Interaktionen.