Kartographie der Wildnis

Karten gehören zu den leistungsfähigsten Tools der Datenvisualisierung. Dennoch bergen globale Grafiken manchmal das Risiko, die falsche öffentliche Debatte zu beflügeln.

The Conversation

In einem Artikel , der von The Conversation veröffentlicht wurde, beleuchten Steve Carver und Lex Comber anhand einiger Heatmaps den weltweiten Zustand der „Wildnis“. Der Artikel beruht auf einer bereits 2013 durchgeführten und von der EU in Auftrag gegebenen Studie. Die ursprüngliche Forschung zielte darauf ab, Daten aus ganz Europa zu diesem Thema zu sammeln.

In dem Artikel ist eine der Karten, die den Zustand der Wildnis zeigen, Europa gewidmet. Laut den Autoren ist es üblicher, „Wildnisgebiete in nördlicheren Breitengraden zu finden, die für die Land- und Forstwirtschaft zu kalt und trocken sind, sowie in größeren Höhen, in denen der Boden zu zerklüftet ist, um ihn zu bearbeiten“.

Warum uns diese Arbeit gefällt

Neben den infographischen Inhalten an sich, die einen guten Überblick über die Wildnis Europas geben, ist der Artikel aufgrund seiner Fokussierung auf den Prozess der Datenerfassung und die möglichen Schwächen der Karten-Visualisierung eine lohnenswerte Lektüre.

Wie Carver und Comber es ausdrückten: „Während globale Karten nützlich sind, um die Aufmerksamkeit auf die Abnutzung von Wildnisgebieten zu lenken, können uns nur die ausführlicheren Einzelheiten der nationalen und lokalen Karten wirklich helfen, die Gefahren, denen unsere restlichen unberührten Flächen ausgesetzt sind, zu verstehen und auf sie zu reagieren. [...] Während globale Karten die Schlagzeilen machen, riskieren sie auch, die Einzelheiten der eigentlichen Ursachen zu verschleiern, und sind daher nur begrenzt von Nutzen. Sie mögen großartig sein, um das Problem hervorzuheben, sollten aber nur ein Ausgangspunkt sein, um uns zu ermutigen, genauer zu schauen, und uns dabei helfen, die unterschwelligen Faktoren dieser verlorenen Wildnis zu verstehen.“