Geschlechterungleichgewicht in den Medien immer noch zu hoch

Die Verfasser und Fotos in den Nachrichtenagenturen zeigen einen viel höheren Anteil an Männern als an Frauen, wie das Europäische Journalismus Observatorium herausfand.  

Kremlin Press Office

Worum es in dieser Arbeit geht

Das Europäische Journalismus Observatorium hat das Ausmaß der geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Medien in 11 europäischen Ländern analysiert. Die Forscher wählten vier Nachrichtenagenturen pro Land aus und betrachteten ihr Geschlechterverhältnis über vier Wochen in diesem Jahr. Dabei beobachteten sie sowohl die Verfasserzeilen als auch das Geschlecht der Personen in den Bildern, und berechneten die jeweiligen Anteile von Männern und Frauen.

Die Studie hat ergeben, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in jedem Land hoch sind. Dennoch gibt es nationale Besonderheiten und einige Unterschiede zwischen alten und digitalen Medien. In Bezug auf die Verfasser sind die Ungleichgewichte in Deutschland und Italien am größten (Portugal ist das einzige Land, in dem die Zahl der Autorinnen höher ist als die der Männer).

Warum wir diese Arbeit schätzen

Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein Thema, das uns am Herzen liegt und über das wir immer wieder berichten. Dennoch müssen wir selbst mehr darauf achten: Bei allen Artikeln, die EDJNet bisher produziert hat, waren 65,9 Prozent der Verfasser männlich und 28,3 Prozent weiblich.