Ein Balkan-Staudamm-Boom gefährdet Europas wildeste Flüsse

Die Balkanhalbinsel steht vor einer Welle von Tausenden von Wasserkraftprojekten, die unberührte, frei fließende Flüsse blockieren und große Umweltschäden verursachen würden, die die regionalen Ökosysteme verändern würden.

Worum es in dieser Arbeit geht

Dieser Artikel von Paul Hockenos, der an der Yale School of Forestry and Environmental Studies veröffentlicht wurde, zeigt die besorgniserregende Entwicklung auf der Balkanhalbinsel: Eine Welle von Tausenden von Wasserkraftprojekten gefährdet die noch unberührten und frei fließenden Flüsse, und droht große Umweltschäden zu verursachen, welche die Ökosysteme der Region grundlegend verändern könnten.

Allein in Bosnien könnten in naher Zukunft rund 250 Wasserkraftprojekte realisiert werden, während in der gesamten Region - von Slowenien bis Griechenland - fast 2.700 Staudämme entstehen könnten. Diese Arbeit basiert auf Daten der in Wien angesiedelten Nichtregierungsorganisation RiverWatch und der deutschen Stiftung EuroNatur .

Warum wir diese Arbeit schätzen

Die Arbeit bietet einen regionalen Ansatz, der eine narrative Herangehensweise gelungen mit quantitativen Daten verbindet, und sowohl das Ausmaß des Phänomens als auch seine Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung unter die Lupe nimmt. Dabei werden sowohl wissenschaftliche Gutachten berücksichtigt, als auch den Einheimischen, die gegen Wasserkraftwerke sind, eine Stimme verliehen. Ferner hebt der Artikel auch die Rolle hervor, die internationale und EU-Klimaschutzmaßnahmen bei der Entwicklung dieses Projekts spielen, sowie die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (kurz: EBWE). Dabei handelt es sich um den größten Investor für erneuerbare Energien in der Region, der derzeit 240 Millionen Euro in 51 Wasserkraftwerke auf dem westlichen Balkan investiert.

Freitag, 18. Mai 2018

Quelle/n:

OBC Transeuropa
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