Die vier Italien

Italiens Parlamentswahlen vom 4. März haben das Land angeblich entlang der Nord-Süd-Trennlinie gespalten. Allerdings sind die Unterschiede auf lokaler Ebene gar nicht so groß, berichtet Il Sole 24Ore.

Worum es in dieser Arbeit geht

Die Ergebnisse der italienischen Parlamentswahlen wurden von den meisten Kommentatoren als Hinweis auf eine tiefe Kluft zwischen den nördlichen und südlichen Regionen des Landes beschrieben, wobei die erste die Mitte-Rechts-Koalition, und die zweite die Fünf-Sterne-Bewegung (Movimento 5 Stelle, kurz M5S) unterstützt. Diese Infografik (http://www.infodata.ilsole24ore.com/2018/03/12/italia-quattro-volti-quattro-colori-post-elezioni/?refresh_ce=1) macht dagegen deutlich, dass die Trennlinie gar nicht so klar gezogen werden kann.

Diese von Filippo Mastroianni für Il Sole 24 Ore angefertigte Arbeit baut auf den von OnData (http://ondata.it/) gesammelten Daten auf. Im Mittelpunkt stehen die Ergebnisse der vier wichtigsten Parteien bei der Abstimmung für die untere Kammer, und zwar in jeder der über 7.000 italienischen Gemeinden.

Die vier Karten oberhalb der Grafik zeigen die Stimmenverteilung von Forza Italia, Lega Nord, M5S und der Partito Democratico. Die untenstehende Karte ist stattdessen nach der Partei mit dem höchsten Stimmenanteil eingefärbt. Die Ergebnisse jeder Partei können einzeln angezeigt werden, indem man auf die Symbole ihrer Anführer klickt. Das Menü auf der linken Seite ermöglicht den Zugang zu weiteren Details, indem die Daten nach Region und Provinz gefiltert werden können.

Warum wir diese Arbeit so sehr schätzen

Diese zeitgemäße Datenvisualisierung ermöglicht es, das Wählerverhalten in ganz Italien viel differenzierter zu betrachten, und die oft übertrieben einfachen Interpretationen der geografischen Polarisierung zu überwinden. Interessanterweise wird auch die Verteilung der Stimmen innerhalb der größten Städte Italiens gezeigt, wodurch unterschiedliche Abstimmungsmuster zwischen Stadtzentren und Peripherien deutlich werden.