Die Menschen in Italien liegen bei Fakten über ihre Gesellschaft am häufigsten falsch

“Die Italiener schätzen, dass 49 Prozent der Italiener im erwerbsfähigen Alter arbeitslos sind, während es in Wirklichkeit 12 Prozent sind". Ferner denken sie auch, dass "30 Prozent ihres Landes von Einwanderern bewohnt sind, während die tatsächliche Zahl bei 7 Prozent liegt".

“Die Tücken der Wahrnehmung – Warum wir bei fast allem falsch liegen” (The Perils of Perception – Why We're Wrong About Almost Everything ) ist eine Ipsos-Studie, die in einem Buch von Bobby Duffy veröffentlicht wurde, das seit dem 6. September verfügbar ist. Darin geht es um die Frage, wie häufig die Menschen falsch liegen, wenn es um die wichtigsten sozialen Realitäten in ihrem Land geht, und zwar zwischen 2014 und 2017. Diese Arbeit ist Teil eines größeren Projekts, das in 40 Ländern durchgeführt wird.

Diese Studie wurde in 13 Ländern durchgeführt: Italien, Frankreich, Belgien, Spanien, Polen, Großbritannien, Deutschland und Schweden (in Europa) sowie in den USA, Japan, Südkorea, Kanada und Australien.

Die Umfrage basiert auf 50.000 Interviews und 28 Fragen zu Themen wie Einwanderungsrate, Kriminalitätsrate, Teenager-Schwangerschaften, Übergewicht, Zufriedenheit der Menschen, Arbeitslosenrate, Smartphone-Besitz und viele andere soziale Gegebenheiten.

Laut der Umfrage liegen die Italiener zum Beispiel in vielen Aspekten ihrer Gesellschaft sehr falsch: “Die Italiener schätzen, dass 49 Prozent der Italiener im erwerbsfähigen Alter arbeitslos sind, während es in Wirklichkeit 12 Prozent sind". Ferner denken sie auch, dass "30 Prozent ihres Landes von Einwanderern bewohnt sind, während die tatsächliche Zahl bei 7 Prozent liegt".

Die Schweden befinden sich auf der anderen Seite der Rangliste: "Zum Beispiel meinen die Schweden, dass 32 Prozent der Gefangenen in Schweden Einwanderer waren, während die tatsächliche Zahl 31 Prozent beträgt".

"Warum ist Italien viel schlechter darin, diese Fakten zu erraten als Schweden? Wir haben uns viele mögliche Erklärungen im Buch angesehen: Vom Bildungssystem über das Wesen der Medien bis hin zur Politik, aber auch das Maß an Vertrauen und die Einstellung zur Regierung. Und einer der wenigen Faktoren, die damit verbunden zu sein scheinen, ist, wie "emotional ausdrucksstark" das Land ist, d. h. ob die Menschen im Land dazu neigen, laut zu argumentieren, sich gegenseitig zu berühren und viel zu lachen".

"Das mag etwas seltsam erscheinen, aber wir müssen uns daran erinnern, dass unsere Vermutungen zu diesen Fragen teilweise emotional sind: Sie senden eine Botschaft darüber, was uns beunruhigt. Wenn die Einwanderung ein großes Problem darstellt, wählen wir automatisch eine große Zahl aus, auch wenn das Einwanderungs-Niveau in Wirklichkeit viel niedriger ist. Unsere Fehleinschätzungen beziehen sich sowohl auf unsere Emotionen als auch auf unsere Unwissenheit über die Fakten, und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass emotional expressive Länder stärker übertriebene Vermutungen haben", erklärte Bobby Duffy.